Kaltenkirchen Tischtennis

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Von Dropsen und Marzipanschweinen

Nach dem 6:2-Sieg der ersten Damen-Mannschaft der Kaltenkirchener TS beim SC Poppenbüttel meldete sich bei Angie gleich mehrfach das Telefon. "Dein Schweini hat Glück gebracht", hatte Jin eine kurze SMS geschickt. Angela, die bereits mehrfach in der Bundesliga-Truppe ausgeholfen hatte, hatte die vier Damen vor dem wichtigen Match mit kleinen Marzipanschweinen aus Lübeck versorgt. Die Glücksbringer verfehlten ihre Wirkung nicht. Und noch eine Süßigkeit spielte am Sonntag eine wichtige Rolle: Dropse.

In einer Vorschau des Hamburger Abendblatts meinte Poppenbüttels Coach Stephan Rauterberg: "Sollten wir dieses Vier-Punkte-Spiel gewinnen, ist für die Kaltenkirchener TS der Drops gelutscht." Es kam aber ganz anders. Da sich die Hamburgerinnen am Wochenende zwei Niederlagen leisteten, rutschte das Team auf den neunten Platz, der den Abstieg in die Regionalliga bedeuten würde. Das Team um Jie Schöpp hat sich kräftig an den Dropsen verschluckt.

Dabei hatte der SC Poppenbüttel den Überraschungseffekt auf seiner Seite und zauberte mal wieder Suwen Evers-Fan aus dem Hut. Die hatte zuletzt im November 2009 für den SCP in der zweiten Liga aufgeschlagen. Nachdem für Kati, Jin, Aida und Bianca der erste Schock überwunden war, verlegten sich die Kaki-Damen aufs Sportliche und hatten damit den nötigen Erfolg.

Beide Doppel wurden im fünften Satz gewonnen, lediglich Jie Schöpp konnte ihre Einzelspiele gewinnen. Doch das reichte an diesem Sonntag nicht, um den Kaltenkirchenerinnen Paroli bieten zu können. "Alle unsere vier Spielerinnen haben ihre Leistungen abgerufen", freute sich Michael Molatta, der sich neben weiteren zahlreichen Fans der KT dieses Spiel nicht entgehen ließ. "Ich glaube auch, wir waren in der Sporthalle in der Überzahl", fügte er hinzu.

Katalin gab gegen Funke Oshonaike nur den ersten Satz ab, ebenso die neue Landesmeisterin Bianca gegen Jasmin Kersten. Aida behielt gegen Evers-Fan im fünften Satz klar mit 11:4. Jin machte mit dem 3:1 über Oshonaike alles klar und drehte dabei nach dem ersten verlorenem Satz und einem Rückstand in Abschnitt zwei diesen noch in einen 16:14-Erfolg um. Die Sätze drei und vier waren dann mit jeweils 11:3 eine deutliche Angelegenheit.


Presseartikel des Hamburger Abendblattes von Frank Best | 27.01.2011

Segen und Fluch

6:2-Sieg der Kaltenkirchener TS in der 2. Tischtennis-Bundesliga beim SC Poppenbüttel erschwert Planungen des Klubs



KT-Spitzenspielerin Katalin Jedtke gewann gegen den SC Poppenbüttel ihr Einzel gegen
die mehrfache Afrika-Meisterin und Olympia-Teilnehmerin Funke Oshonaike mit 3:1 Sätzen.
Foto: Thomas Maibom

Michael Molatta, Manager des Zweitliga-Tischtennis-Damenteams der Kaltenkirchener TS, ließ sich nicht lumpen. Nach dem 6:2-Erfolg beim SC Poppenbüttel lud er seine Mannschaft spontan ins Block House am Heegbarg ein. Während  sich der 46-Jährige, die vier Spielerinnen sowie Betreuerin Kirsten Krüger-Trupkovic Steaks, Salate und  Knoblauchbrote schmecken ließen, analysierten alle Beteiligten das Match noch einmal genau – und sprachen selbstverständlich auch über den weiteren Verlauf der Punktrunde. Dabei wurde schnell deutlich, dass der Auswärtstriumph im Duell der Kellerkinder unter sportlichen Gesichtspunkten zwar Gold wert ist, die personellen Planungen der KT-Tischtennisparte aber keinesfalls erleichtert.

Der Knackpunkt: Momentan kann niemand verlässlich vorhersagen, in welcher Klasse die erste Damenmannschaft in der Saison 2011/2012 spielt. Doch erfahrungsgemäß stellen die Vereine im Januar, spätestens im Februar, die Weichen für die kommende Serie; die Aktiven wollen schließlich rechtzeitig wissen, in welcher Liga, in welchem Team und an welcher Position sie künftig eingesetzt werden sollen. Eine von ganz wenigen Konstanten bei allen Überlegungen der Kaltenkirchener Verantwortlichen ist das zweite Damenteam. Dieses führt nach dem 8:5-Erfolg gegen den VfL Kellinghusen und dem 8:2 beim SV Friedrichsort mit sechs Punkten Vorsprung die Tabelle der Oberliga Nord an und steht nach vier Rückrunden-Partien praktisch als Aufsteiger in die Regionalliga Nord fest.  Zwar muss der souveräne Spitzenreiter ab sofort auf Anja Dallmeier-Tießen verzichten, die im Mai ihr zweites Kind erwartet. Doch mit Diana Höffer steht eine gute Alternative parat. Dass die KT-Crew die Meisterschaft noch verspielt, ist also nicht zu erwarten. Was aber passiert, wenn die Kaltenkirchener Turnerschaft trotz der deutlich verbesserten Ausgangslage den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Nord nicht schaffen sollte? „Ich glaube kaum, dass wir dann zwei Damenteams in der Regionalliga Nord melden“, sagt Michael Molatta: Naheliegend wäre demzufolge ein Mix aus erster und zweiter Mannschaft. Der Verein würde so auf jeden Fall einen Startplatz in der Oberliga Nord behalten.

Dieser wäre weg, wenn die KT zweitklassig bleibt, das zweite Team sein Aufstiegsrecht wahrnimmt und die dritte Damencrew – worauf nach dem 7:7-Remis beim SC Mittelpunkt Nortorf alle Anzeichen hindeuten – in die Verbandsliga Schleswig-Holstein absteigt. Molatta hält dieses Szenario für die wahrscheinlichere Variante. „Ich gehe davon aus, dass wir in der 2. Bundesliga bleiben“, sagt er, „schlechter als in der Hinrunde kann es in der zweiten Saisonhälfte eigentlich nicht laufen. Der tolle Auftritt in Poppenbüttel müsste viel Selbstvertrauen und damit den nötigen Rückenwind für die nächsten Partien geben. Und dann hat mich sehr beeindruckt, wie cool Katalin Kedtke, Jin- Sook Cords, Aida Astani-Matthies und Bianca Dahlke im entscheidenden Moment geblieben sind. Schließlich wäre im Fall einer Niederlage unser sportliches Schicksal besiegelt gewesen.“ Strapaziert wurde das Nervenkostüm der KT-Spielerinnen dabei nicht nur während, sondern auch schon vor dem um 11 Uhr angesetzten Match. Katalin Jedtke, die in Berlin lebt, hatte um 7.30 Uhr den ICE nach Hamburg verpasst, musste einen Zug später nehmen und wurde am Hauptbahnhof vom ungeduldig wartenden Michael Molatta abgeholt. „Anschließend sind wir im Tiefflug nach Poppenbüttel gerast und dort tatsächlich 30 Minuten vor Spielbeginn angekommen“, so der KT-Manager, „das waren alles andere als günstige Voraussetzungen vor dieser so wichtigen Partie.“

 Am Wochenende dürfte es weniger hektisch zugehen. Dann nämlich hat die Kaltenkirchener TS zweimal Heimrecht.
Am Sonnabend um15 Uhr empfängt der Tabellenachte (4:16 Punkte) Hannover 96 (2./16:4), am Sonntag um 15 Uhr die SG Marßel Bremen (6./ 12:14). Beide Begegnungen finden ausnahmsweise in der Sporthalle der Dietrich- Bonhoeffer-Regionalschule am Flottkamp statt. In den Hallen des Gymnasiums ermitteln die Senioren die Schleswig-Holstein-Meister.


Presseartikel des Hamburger Abendblattes von Frank Best | 24.01.2011

KT-Tischtennisdamen gewinnen Zweitliga- Schicksalsspiel mit 6:2

Sie standen mit dem Rücken zur Wand, mussten unbedingt gewinnen, um den Kopf aus der Abstiegsschlinge zu ziehen - und liefen im entscheidenden Moment zu großer Form auf. Mit dem 6:2-Erfolg beim SC Poppenbüttel sind die Chancen des Tischtennis-Damenteams der Kaltenkirchener TS auf den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga sprunghaft gestiegen.

Die Grundlage für den triumphalen Auswärtssieg legten die Gäste in den beiden Auftaktdoppeln, die sie jeweils mit 3:2 Sätzen gewannen. Außer den beiden fest eingeplanten Einzelniederlage gegen die frühere Mannschafts-Europameisterin Jie Schöpp gaben sich die KT-Damen keine Blöße.

Tischtennis, 2. Bundesliga Nord, Damen: SC Poppenbüttel - Kaltenkirchener TS 2:6. Oshonaike/Kersten - Jedtke/Dahlke 11:13, 11:5, 8:11, 11:7, 7:11; Schöpp/Evers-Fan - Cords/Astani 3:11, 14:12, 12:10, 9:11, 6:11; Schöpp - Cords 11:7, 11:4, 11:8; Oshonaike - Jedtke 11:7, 4:11, 7:11, 5:11; Kersten - Dahlke 11:5, 6:11, 4:11, 9:11; Evers-Fan - Astani 6:11, 11:5, 4:11, 11:6, 4:11; Schöpp - Jedtke 11:9, 11:7, 6:11, 11:7; Oshonaike - Cords 11:8, 14:16, 3:11, 3:11.

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