
Ein großer Bericht im Abendblatt über Chiaras tolles Abschneiden soll den KT-Interessierten nicht vorenthalten werden...
Bei der Wahl des sportlichen Vorbilds hat die Neunjährige allerdings eine völlig andere Entscheidung als ihre Freundinnen getroffen. Lukas Podolski? Sebastian Vettel? Dirk Nowitzki? Al le uninteressant. Stattdessen hat ein schüchtern wirkender, stets freundlicher und bescheidener Linkshänder mit ausgeprägtem Ballgefühl ihr Herz gewonnen: "Timo Boll finde ich toll!"
Eigentlich logisch. Schließlich spielt Chiara Steenbuck leidenschaftlich gern Tischtennis. Wie ihr Idol, der Abonnements-Europameister, WM-Dritte im Herren-Einzel und aktuelle Weltranglisten-Zweite. Bei den Deutschen Mini-Meisterschaften, dem seit 1983 ausgetragenen nationalen Breitensport-Wettbewerb für Kinder, die noch keine Punktspiele bestreiten, hatte die Sievershüttenerin nun selber ihren ersten großen Auftritt auf nationaler Ebene.
Das Talent für den Umgang mit Racket und Zelluloidball ist der kessen Neunjährigen in die Wiege gelegt worden. Papa Dirk ist Leistungsträger in der zweiten Herrenmannschaft der Kaltenkirchener TS, die in der Landesliga Süd gemeldet ist. Und er war es auch, der die Tischtennis-Karriere seiner Tochter mit einem sanften Schubs auf den Weg brachte.

Chiara Steenbuck hat ihr Tischtennis-Talent von Papa Dirk geerbt; Foto: Anne Pamperin
"Chiara war schon immer gern bei meinen Punktspielen dabei und hat nicht nur zugeschaut, sondern auch schon mal den einen oder anderen Schlag ausprobiert", erinnert er sich, "deshalb habe ich im September 2009 eine gebrauchte Allwetter-Platte gekauft und zu Hause auf der Terrasse aufgestellt." Nach einigen Wochen Freiluft-Heimtraining war Chiara Steenbucks Wechsel in die von Ina Molatta geleitete Anfänger-Gruppe der KT beschlossene Sache - und der erste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.
Ein gebrochener Arm bremst das Talent im vergangenen Jahr aus
Im Frühjahr 2010 gewann das Nachwuchstalent den Ortsentscheid der Deutschen Mini-Meisterschaften; nur zu gern hätte Chiara später auch auf Kreisebene ihr Können gezeigt. "Ich habe mir dann aber bei Dodenhof im Spieleparadies den rechten Arm gebrochen", sagt sie, "deshalb konnte ich nicht weiter mitmachen."
Ein Jahr später lief alles perfekt: Geradezu mühelos spazierte Chiara Steenbuck durch die Wettbewerbe auf Orts-, Kreis- und Bezirksebene. Der Landesentscheid in Kaltenkirchen war ebenfalls keine Hürde: Sie schaffte das Kunststück, alle Einzel zu gewinnen und ohne Satzverlust zu bleiben.
Der Lohn für den Siegeszug und die Qualifikation am Bundesfinale der Minis in Bingen: ein Pokal, eine Medaille, eine Urkunde, eine Sporttasche und ein vom Tischtennisverband Schleswig-Holstein gestifteter Trainingsanzug. "In den muss Chiara allerdings erst hineinwachsen, der ist ihr mindestens noch zwei Nummern zu groß", sagt Mutter Kirstin schmunzelnd.
In der Endausscheidung der besten 20 Mädchen wird Chiara Siebte
Keinesfalls zu groß war für ihre talentierte Tochter die Konkurrenz bei der Endausscheidung der 20 besten deutschen Mädchen der Altersklasse 10 Jahre und jünger. Der siebte Platz im Endklassement ist ein mehr als respektables Ergebnis; schließlich stand der Vorhand-Topspin bisher noch nicht einmal auf dem Tischtennis-Lernplan der Drittklässlerin mit dem Lieblingsfach Mathematik.
KT-Oberliga-Spielerin Angela Engel, die Chiara Steenbuck und deren Freundin Caja Stölting seit vier Monaten behutsam in die Leistungsgruppe der Kaltenkirchener TS integriert, hält viel vom 1,35 Meter großen Tischtennis-Floh. "Sie ist flink auf den Beinen und kriegt auch deshalb scheinbar unerreichbare Bälle, weil sie für ihr Alter schon unheimlich gut antizipieren kann. Chiara ist geradezu eine Musterschülerin. Sie hört genau zu, wenn sie Tipps bekommt und freut sich, wenn sie diese im Training dann auch umsetzen kann. Ihre Technik ist zwar noch nicht der Kracher, aber wenn wir es schaffen, alle Elemente miteinander zu verbinden, ist alles super."
Es wäre keine große Überraschung, wenn dies schon bald gelingen würde. Vater Dirk Steenbuck ist da sehr zuversichtlich, zumal er die Begeisterung seiner Tochter für den schnellen Rückschlagsport einzuschätzen weiß: "Das tolle Abschneiden bei den Mini-Meisterschaften hat Chiara sehr motiviert, sie ist mit unheimlich viel Eifer bei der Sache." Deshalb muss der Hauptfeuermann der Flughafen-Feuerwehr Hamburg nach den Nachtschichten immer häufiger noch eine wichtige Aufgabe erfüllen, ehe er sich zu Hause aufs Ohr hauen kann: Tischtennisspielen mit seiner Tochter...

















