Das Abendblatt stellt Neuzugang Nummer zwei der 1.Herren vor: Willi der Wichtige
"Willi wills wissen" - so heißt die ARD-Serie, in der der Moderator Kindern die Welt erklärt. In "Willi wird das Kind schon schaukeln" brachte Komiker Heinz Erhardt als Präsident eines Fußballklubs die ganze Nation zum Lachen. "Willi der Wichtige" - so könnte das Drehbuch der Oberliga-Tischtennisherren der Kaltenkirchener Turnerschaft für die Saison 2011/2012 lauten. Schließlich soll Neuzugang Wilhelm Krüger, der von seinen Tischtenniskollegen nur Willi genannt wird, die Lücke schließen, die der bisherige Spitzenspieler Daniel Cords mit seinem Wechsel zum Zweitliga-Verein SV Siek gerissen hat.
Der Neuzugang kommt vom TTC Bietigheim-Bissingen
Krüger hat in der Serie 2010/2011 sporadisch für den TTC Bietigheim-Bissingen in der Regionalliga Süd geschmettert. Seine Bilanz: 2:9 Siege im unterem Paarkreuz. Mehr war aufgrund hoher beruflicher Belastung in den vergangenen Monaten nicht möglich. "Ich konnte nicht immer optimal trainieren und habe nur wenige Matches bestritten. Da ist es unheimlich schwer, ein gutes Wettkampfgefühl zu entwickeln", sagt der 26 Jahre alte Rechtshänder.
Wilhelm Krüger ist kein kompromissloser Angriffsspieler. Er hat aber einen guten Blick für die Schwächen seiner Gegner, schnelle Beine, ist technisch und taktisch versiert und variiert seine Schläge gern mit unterschiedlicher Rotation.
Doch möglicherweise reicht dies alles nicht aus, um bei der Kaltenkirchener TS wie angedacht im oberen Paarkreuz eingesetzt werden zu können. Denn Krügers Leistungskennziffer, die sich aus der Punkspielbilanz ergibt und bei den Aufstellungen als alleiniges Kriterium gilt, ist mit 44,507 Punkten klar schlechter als die von Thomas Matthies (46,279). Dieser hat in der gerade abgelaufenen Rückrunde an Nummer drei gespielt. "Uns bleibt nichts übrig als abzuwarten, ob der Norddeutsche Tischtennis-Verband unsere Meldeliste akzeptiert", so Mannschaftskapitän Frank Meyer. Nicht zur Debatte steht dagegen die Position des Polen Tomasz Struginski (49,028). Er geht auf jeden Fall als Nummer eins der KT an den Start.

Der Neuzugang will und braucht ein aktives Vereinsleben
Wilhelm Krüger, der mit dem Tischtennisspielen in Leipzig beim TTC Eilenburg begann und von Oberliga-Spielerin Angela Engel nach Kaltenkirchen gelotst wurde, freut sich auf seinen neuen Klub: "Ich habe bei der KT schon einige Male trainiert, dabei viele nette Leute kennengelernt und mich davon überzeugen können, dass es ein aktives Vereinsleben gibt. Das will ich und das brauche ich." Zwar hat Krüger noch nie ein Punktspiel der Oberliga Nord gesehen; einen ersten Eindruck über die Leistungsstärke seiner künftigen Gegner hat er sich trotzdem schon verschafft. "Beim Betriebssport habe ich gegen einige Oberliga-Spieler gewonnen", sagt er, "aber das will nichts heißen. Viel wichtiger ist doch, dass die Mannschaft funktioniert."
Nur zu gern hätte er in der kommenden Saison mit Daniel Cords zusammengespielt. "Ich kann Daniels Schritt in Zukunft für den Zweitliga-Verein SV Siek anzutreten, aber gut verstehen. Als 17-Jähriger kann man sich diese Chance nicht entgehen lassen."
Der Beruf hat für Krüger Vorrang und könnte Einsätze verhindern
Für Wilhelm Krüger hat dagegen die berufliche Karriere Priorität. Bei der Norderstedter Firma Jungheinrich durchläuft er als Management-Trainee für den Vertrieb eine zweijährige Ausbildung; eine äußerst vielseitige und abwechslungsreiche Tätigkeit, da er alle drei Monate in einen anderen Bereich wechselt. Der Haken: Möglicherweise muss er dann auch einige Wochen im Ausland arbeiten und würde somit bei den Punktspielen der KT-Herren fehlen. "Der Verein und ich hoffen aber, dass es keine Terminüberschneidungen gibt", so Krüger.

















