Kaltenkirchen Tischtennis

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Kiruna ist nicht so weit weg wie Australien oder Kalifornien

Donnerstag um sieben Uhr geht der Flieger. An Bord: Kristin Esins, jahrelang für die KT an den Tischen im Einsatz. Ziel: Schweden. Dauer: „Erst einmal für zwei  Jahre“, sagt die 28-Jährige. In Kiruna, knappe 2150 Autokilometer von Kaltenkirchen entfernt, beginnt für Tini ein neuer Lebensabschnitt. Für ein schwedisches Unternehmen entwickelt sie künftig vor Ort touristische Produkte und verkauft diese an die Reiseveranstalter.

In den vergangenen Tagen und Wochen hieß es Abschied nehmen. Die Party auf St. Pauli war ein Knaller, Freunde, Kollegen und Familienangehörige wurden besucht, die Möbel wurden eingelagert, die Wohnung in Hamburg aufgegeben. „So eine Abschiedstour ist schon komisch“, meint Tini. „Aber die Leute im neuen Job kenne ich schon sehr gut und die werden mir den Neuanfang einfach machen.“ Einen Schläger und einen Tischtennisball nimmt Kristin sicherlich mit, dennoch stehen andere sportliche Ziele im Vordergrund: „Ich will erst einmal Skifahren lernen. Ohne Tischtennis komme ich bestimmt noch ein paar Monate aus“, sagt sie, weiß aber, dass es einen örtlichen Tischtennisverein gibt. Und noch etwas ist ihr wichtig: „Kiruna ist nicht so weit weg wie Australien oder Kalifornien“.

Auch wenn Kristin in den vergangenen Monaten nicht mehr so häufig am grünen Tisch in der Halle am Flottkamp zu sehen war, bleibt sie dem Sport weiterhin treu. 1990 begann sie in Rostock beim dortigen Post SV, der erste Trainer war Herr Schwerin. „Wenn die große Schwester solch einen Sport betreibt, macht die kleine Schwester das natürlich auch“, erläutert sie ihre Wahl. Nach ein paar Jahren hartem Training stellten sich dann die Erfolge ein. Höhepunkte waren zweifelsfrei die Teilnahme als Zwölfjährige am Deutschland-Pokal und zwei, drei Jahre später der Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft. „Wir waren sogar bei der Sportlerehrung der Ostsee-Zeitung dabei und kamen ganz nah an die Fußballer des FC Hansa ran“, erinnert sich Tinchen. Zeitungsartikel kursierten in der Schule, gemeinsam mit Short Trackerin Aika Klein, die mehrfach an den Olympischen Spielen teilnahm, „waren wir schon so was wie kleine Stars an unserer Schule“, sagt sie und grinst.

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Nach dem Abitur folgte dann 2002 der Wechsel nach Hamburg. Wieder machten die Esins-Schwestern, die „Andere“ ist heute unter dem Namen Anja Dallmeier-Tiessen bekannt, gemeinsame Sache und „heuerten“ in Kaltenkirchen bei der TS an. „Aber das war ein Zufall, Anja und ich hatten uns gar nicht abgesprochen. Ich selbst hatte mit ein paar Vereinen gesprochen, aber Kaki war mir sofort am sympathischsten“, sagt „Klein-Esi“.  In der TT-Abteilung begann zu dieser Zeit eine  neue Ära: Bianca, Aida, Jin sowie einige andere hoffnungsvolle Tischtennisspielerinnen wechselten zu Kaki. Aus der Oberliga ging es in die Regionalliga, danach folgte der Aufstieg in die zweite Bundesliga. Immer war Kristinchen dabei. „Dass wir aufgestiegen sind, lag  aber nicht an mir. So gut war ich nicht“, sagt Kristin mit einem Augenzwinkern. Trotzdem durfte sie ein-, zweimal in der zweithöchsten deutschen Spielklasse ran. In der Verbandsliga wurde parallel ein neues Team aufgebaut. Es folgte die komischste Zeit für Esi: „Eine von uns war immer irgendwie verletzt, stellte sich aber trotzdem an den Tisch. Wir spielten also nur zu dritt, gewannen unsere Spiele aber dennoch recht klar“. Die Folge war der Aufstieg in die Oberliga, in der sie bis zur abgelaufenen Saison mitwirkte.

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Nun also ein „Break“, eine sportliche Auszeit, ein beruflicher Neuanfang, ein Start in einem anderen Land. Dieser soll gelingen, Spaß soll sie haben sowie viele neue und schöne Eindrücke und Erfahrungen sammeln. „Ich fände es schön, wenn  ich im kommenden Jahr zur Saisonabschlussfeier eingeladen werden würde“, wünscht sich Tini. Aber erst einmal wünscht die TT-Abteilung Kristin alle Gute für den schwedischen Weg.

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