Spitzenspielerin Katalin Jedtke gewann gegen Kleve und Bad Driburg jeweils ein Match. Zweitliga-Tischtennisdamen der Kaltenkirchener Turnerschaft gehen schweren Zeiten entgegen | Presseartikel im Hamburger Abendblatt; 03.11.2010

Die Zweitliga-Tischtennis-Damenmannschaft der Kaltenkirchener TS hat in der Serie 2010/2011 zwar erst drei Punktspiele bestritten. Doch nach den beiden 3:6-Heimniederlagen gegen die TTVg WRW Kleve und den TuS Bad Driburg und insgesamt 0:6 Punkten ist klar: In dieser Saison geht es für Katalin Jedtke, Jin-Sook Cords, Bianca Dahlke und Aida Astani-Matthies ums nackte Überleben. Das KT-Team, 2005 und 2008 Vizemeister in der zweithöchsten deutschen Klasse, muss sich in den kommenden Wochen deutlich steigern - ansonsten droht der Abstieg in die Regionalliga Nord.

 

Eines machten die Partien gegen Kleve und Bad Driburg ganz deutlich: Spielerisch fallen die Kaltenkirchenerinnen kaum ab. Aber in den entscheidenden Situationen, in denen es um die Big Points geht, die über Sieg oder Niederlage entscheiden, fehlen bisweilen Mut, Cleverness, taktisches Geschick - und auch das nötige Quäntchen Glück.

 Unglückliche Niederlagen in zwei Schlüsseleinzeln

"Das alles muss man sich in Wettkämpfen hart erarbeiten", sagt Betreuerin Kirsten Krüger-Trupkovic. Das Problem: Die KT-Spielerinnen hatten bisher kaum Gelegenheit, um das in der 2. Bundesliga unbedingt erforderliche Selbstvertrauen aufzubauen. Und so verloren Bianca Dahlke gegen Kleves Liza-Marie Siegmund (6:1 und 7:3-Führung im fünften Satz gegen Liza-Marie Siegmund) und Aida Astani-Matthies (drei Matchbälle gegen Bad Driburgs Österreicherin Elena Waggermayer) zwei ganz wichtige Einzel.

"Wenn Bianca und Aida gewinnen, spielen wir zweimal unentschieden", so Krüger-Trupkovic, "in dieser Klasse liegen Erfolg und Misserfolg halt unglaublich dicht beieinander."

Als krasser Wettbewerbsnachteil für die Kaltenkirchener Turnerschaft hat sich bisher der Spielplan der 2. Bundesliga entpuppt. "Nach unserem ersten Match am 5. September gegen den SC Poppenbüttel hatten wir anschließend gleich wieder acht Wochen Pause. Dass man da noch nicht voll im Saft steht, ist doch völlig normal", sagt Aida Astani-Matthies. Dafür kommt es für die Kaltenkirchenerinnen zwischen dem 13. und 28. November knüppeldick: In diesem Zeitraum stehen insgesamt fünf Zweitliga-Begegnungen auf dem Programm.

Vom 13. bis 28. November stehen fünf Punktspiele auf dem Programm

KT-Manager Michael Molatta: "Wir hatten bei der Staffeltagung vor Beginn der Punktrunde zwar noch versucht, die Termine in unserem Sinn zu entzerren. Aber die anderen Klubs waren nicht zu Verlegungen bereit. Schade, dass da die Verantwortlichen des Deutschen Tischtennis-Bundes nicht eingeschritten sind. Es kann doch nicht sein, dass Kleve Anfang November schon sieben Partien bestritten hat - wir dagegen erst drei."

Teamgeist ist gefragt

Drei 3:6-Niederlagen in den ersten drei Punktspielen. Gegen Gegner, die zum kleinen Kreis der schlagbaren Mannschaften gehören. Wird die Serie 2010/2011 für die Tischtennis-Damenmannschaft der Kaltenkirchener TS also zum verflixten siebten Jahr in der 2. Bundesliga Nord?

Einiges deutet darauf hin: Katalin Jedtke und Jin-Sook Cords haben ihren Leistungszenit überschritten, Aida Astani-Matthies und Bianca Dahlke sind ein gutes Stück von der Bestform entfernt. Die Gegnerinnen werden immer jünger, das Spiel immer schneller und trickreicher. Das KT-Quartett kann zudem aus unterschiedlichen Gründen nicht so viel trainieren wie die Konkurrenz - das sind keine guten Rahmenbedingungen im Abstiegskampf.

Doch Vorsicht: Man sollte nicht den Fehler begehen, die Kaltenkirchenerinnen frühzeitig abzuschreiben. Denn die Mannschaft hat sich auch schon in den vergangenen Jahren immer dann deutlich gesteigert, wenn der sportliche Absturz drohte.

Der wichtigste Trumpf der KT-Damen ist und bleibt der Teamgeist. Zusammengehörigkeitsgefühl ist in den meisten anderen Vereinen mit ihren zusammengekauften Zweitliga-Kadern ein Fremdwort. Und deshalb ist auch nicht ausgeschlossen, dass sich das Konzept von Manager Michael Molatta, auf teure Neuzugänge zu verzichten und nun schon seit drei Jahren konsequent auf dieselben Spielerinnen zu setzen, letztendlich nicht als Fluch, sondern als Segen erweist.

 

Mit dem Thema Abstiegskampf hat die zweite Damenmannschaft der Kaltenkirchener TS nichts am Hut. Im Gegenteil: Nach dem 8:6-Auswärtserfolg beim TSV Schwarzenbek sind Angela Engel, Miriam Holm, Anja Dallmeier-Tießen, Victoria Lauenroth und Diana Höffer mit 14:0 Punkten und 56:22 Spielen unangefochtener Tabellenführer in der Oberliga Nord.

Das dritte KT-Team fand zwar kein Mittel gegen die überragende Petra Kankowski (drei Einzelsiege und ein Erfolg im Doppel), setzte sich nach 3:05 Stunden aber trotzdem mit 8:6 bei Aufsteiger TuRa Harksheide durch. Das entscheidende letzte Einzel gewann Britta Lübcke mit 3:0 Sätzen gegen Patricia Khazaeli. Beide Mannschaften kämpfen um den Klassenerhalt.


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