Vier Monate lang war Wettkampfpause - doch am Sonntag um 11 Uhr schmettert die erste Tischtennis-Damenmannschaft der Kaltenkirchener TS wieder um Punkte in der 2. Bundesliga. Katalin Jedtke, Jin-Sook Cords, Bianca Dahlke und Aida Astani-Matthies empfangen in der Sporthalle des Gymnasiums Flottkamp den SC Poppenbüttel - den Gegner also, der am letzten Spieltag der Serie 2009/2010 mit 6:4 in Kaltenkirchen triumphiert hat. Doch mit welchen Aussichten geht das KT-Team in seine siebte Zweitliga-Saison? Trainer und Manager Michael Molatta steht im Interview mit der Norderstedter Zeitung Rede und Antwort.


Norderstedter Zeitung:
 
Herr Molatta, in der Punktrunde 2008/2009 war die Kaltenkirchener TS noch Vizemeister in der 2. Bundesliga Nord, in der letzten Serie reichte es zu Platz sieben. Wo landet ihr Quartett diesmal?

Michael Molatta:
"Wenn wir wieder Siebter werden, wäre ich zufrieden. Die 2. Bundesliga ist noch stärker besetzt als in der vergangenen Saison, unser Ziel ist der Klassenerhalt."

Nach dem Match gegen den SC Poppenbüttel hat die KT Pause bis zum 30. Oktober, danach ballen sich die Termine an den Wochenenden bis zum 4. Dezember. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil?

Besonders glücklich sind wir darüber nicht, ich hätte mir eine gleichmäßige Verteilung unserer Termine gewünscht. Vor allem das frühe Match gegen den SC Poppenbüttel passt mir überhaupt nicht ins Konzept. Unsere vier Damen haben bisher noch keinen Wettkampf bestritten, aber am vergangenen Wochenende immerhin zusammen trainiert. Am Sonntag wird sich zeigen, wo wir leistungsmäßig stehen.

Mit der DJK SV Holzbüttgen, Hannover 96, der SG Marßel Bremen und dem TuS Bad Driburg trifft die Kaltenkirchener TS auf vier Gegner, die in der Vorsaison noch in anderen Klassen gemeldet waren. Wie sind diese neuen Kontrahenten einzuschätzen?

Das ist gar nicht so einfach. Bundesliga-Absteiger Hannover 96 hat zum Beispiel im oberen Paarkreuz mit Seong-Hye Park und Hyeh-Jin Kim zwei Koreanerinnen gemeldet, die ich überhaupt nicht kenne. Holzbüttgen ist ein unbeschriebenes Blatt, Marßel dürfte im oberen Drittel landen - und Bad Driburg sollte eine lösbare Aufgabe sein.

Ihre Mannschaft wird im Gegensatz zu den meisten anderen Vereinen zum dritten Mal hintereinander mit dem gleichen Personal antreten...

Unsere Spielerinnen verstehen sich untereinander sehr gut und können in der 2. Bundesliga nach wie vor mithalten. Warum also sollte ich die Mannschaft ohne Not auseinanderreißen? Bei uns ist Teamwork nicht nur ein Schlagwort, bei uns wird Teamwork auch gelebt. Dass Katalin Jedtke auf eigene Kosten aus Berlin zum Trainingslager angereist ist, sagt eigentlich alles.

Bianca Dahlke, Aida Astani-Matthies, Michael Molatta, Katalin Jedtke und Jin-Sook Cords (von links) empfangen am Sonntag den SC Poppenbüttel in Kaltenkirchen.
Foto: Anne Pamperin

Einzige Änderung im Vergleich zur Punktrunde 2009/2010 ist die Umstellung auf den Positionen drei und vier: Bianca Dahlke spielt vor Landesmeisterin Aida Astani-Matthies. Wieso eigentlich?

Das hat mit den Ergebnissen in der Rückrunde der Serie 2009/2010 zu tun. Bianca verfügt über eine bessere Bilanzpunktzahl als Aida; die Differenz war so groß, dass Zweitliga-Spielleiter Jens Hecking gezwungen war, unsere Wunschaufstellung mit Aida an Nummer drei zu ändern.

Das Zuschauerinteresse in Kaltenkirchen stagniert seit einigen Jahren. Ist Zweitliga-Tischtennis ein Ladenhüter?

Ich bin da ehrlich gesagt ein bisschen ratlos. Unser Stammpublikum geht begeistert mit, die Spielerinnen zeigen tollen Sport und hätten eine wesentlich größere Kulisse verdient. Möglicherweise muss man einmal live dabei gewesen sein, um so richtig auf den Geschmack zu kommen. Das Match gegen den SC Poppenbüttel, der voraussichtlich mit der früheren Mannschafts-Europameisterin Jie Schöpp und Afrika-Meisterin Funke Oshonaike zu uns kommt, ist eine gute Gelegenheit, um sich tolle Ballwechsel anzuschauen.

Einziger "Neuzugang" in Kaltenkirchen ist die frühere Senioren-Weltmeisterin und KT-Spielerin Kirsten Krüger-Trupkovic, die sich als Betreuerin um die Zweitliga-Crew kümmern soll. Wie sieht ihr Aufgabenbereich aus? Und was macht Michael Molatta?

Kirsten hat schon in der vergangenen Saison als Betreuerin ausgeholfen und ist beim Team beliebt; da lag es auf der Hand, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Sie wird die Mannschaft auf jeden Fall bei allen Auswärtsspielen begleiten und coachen. Inwieweit sie bei unseren Heimpartien zur Verfügung steht, müssen wir noch klären. Die Spielerinnen werden sicher von ihrer großen Wettkampferfahrung profitieren. Ich bin weiterhin dabei, freue mich aber, dass ich etwas entlastet werde.